Dienstag, 24. Juni 2008

Virtuelle Therapie auf Identity Island

Second Life als Therapie? Zunächst denkt man hierbei sicherlich an die fragwürdige Möglichkeit, virtuell alles ausleben zu können, was im richtigen Leben nicht funktioniert. Es geht aber auch anders. US-Wissenschaftler haben auf Identity Island, einer Insel im Second Life, eine Therapieeinrichtung für Alkoholsuchterkrankte ins Leben gerufen. Spiegel-online erzählt die Geschichte von Shelly, der diese Form von Therapie tatsächlich zu helfen scheint.

Warum auch nicht? Dass wir fremden Menschen im Internet mehr von uns erzählen als unseren besten Freunden, ist schließlich nichts Neues mehr. So liegt es nahe, dass die Hemmschwelle, einem Pixelpsychologen gegenüberzutreten, ebenfalls geringer auffällt. Niemand muss davon erfahren, wenn wir uns in Form eines Avatars in Therapie begeben, niemand muss wissen, wer wir sind, und niemand kann und daran hindern, die Verbindung mit einem Mausklick wieder abzubrechen.

Beeindruckender als die Ergebnisse der virtuellen Therapie, die in den nächsten Wochen veröffentlicht werden sollen, scheint jedoch die Erkenntnis, dass das zweite Leben der Realität nicht nur genauso nahe kommen kann wie das erste, sondern manchmal sogar näher.

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