Dienstag, 29. Juli 2008

Extremsport Podcasting oder: Die Leiden der wahren Kunst

Der junge Mann von nebenan kann weder singen noch Klavierspielen. Er tut es trotzdem gerne. Und fast ebenso leidenschaftlich wie der Mensch im Nachbarhaus in seine Trompete bläst. Das ist die beste Gelegenheit, um unbemerkt Saxophon zu üben, muss sich die Frau von oben gedacht haben. Auf diese Weise ist wenigstens die Flöte von unten nicht mehr zu hören. Ganz zu schweigen von den schüchternen Cellomelodien ein paar Häuser weiter, die eigentlich doch ganz hübsch waren. Zumindest, wenn die Trommeln von der anderen Straßenseite den Takt dazu hielten. Das alles ist nun allerdings vorbei, denn die Familie gegenüber hat beschlossen, ihre Wohnung zu renovieren. Und das übertönt ungeschlagen jeden Nachbarn und darf nun wirklich ganz offiziell als Lärm bezeichnet werden. Wir werden davon noch wahnsinnig? Falsch. Wir lassen uns davon inspirieren! Zum Beispiel zu einem 60secondsound Podcast.

Eine größere Herausforderung für konzentriertes Arbeiten stellt da schon die Hitze dar, die letzte Woche nach Berlin kam. Und blieb. Der frische Sommerwind bläst einfach nicht enthusiastisch genug, um unsere Schreibtische zu erreichen, aber doch mit ausreichender Motivation, um den Sonnenschirm halbstündlich in eine kritische Lage am Balkongeländer zu befördern. Da muss ein Blumentopf mit Erde aber ohne Blumen her, und den gibt’s sogar. Denn der Hund hat ja die Sonnenblumen gefressen. Nichtsdestotrotz ist es heiß, und so glühten dann auch die Kabel beim Telefoninterview mit dem Organisationskomitee des Sziget Festivals. Aber wenn man das Mikro mit Trockenmittel in eine Plastiktüte packt, geht das Kondensationsrauschen wieder weg, habe ich gelernt. Bleibt zu hoffen, dass den Soundleuten nicht auch noch die Kopfhörer an die Ohren schmelzen.

Podcasting ist eine knifflige Sache. Podcasting will gelernt sein. Podcasting ist Kunst! Und manchmal auch Extremsport.

Donnerstag, 17. Juli 2008

Sziget Festival – der Podcast


Für unsere neueste Produktion sind wir bis nach Ungarn gefahren, haben sör getrunken und dem Balaton Sound gelauscht. Herausgekommen ist der Sziget Festival Podcast. Dort gibt es Infos und Unterhaltsames zum Sziget Festival 2008 vom 12-18. August in Budapest. Der 5-teilige Podcast liefert Infos zum Line-up und den Bands, gibt Tipps für Unterkunft und Freizeitaktivitäten und berichtet Wissenswertes über Land und Leute. Zum jeweiligen Thema passend werden erste Vokabeln trainiert. Moderationen aus dem Studio wechseln ab mit Soundseeing durch Ungarn.

Die erste Folge ist heute online gegangen. Gerade erst in Ungarn angekommen, verschafft unsere Moderatorin sich und den Hörern einen ersten Überblick. Eine kleine Landeskunde führt ein in die Rundreise durch die ungarische Kultur. Kulinarische Empfehlungen und die passenden Vokabeln stellen sicher, dass keine Gaumenfreude verpasst wird. Ein Soundseeing durch das Balaton Festival vermittelt erste Eindrücke von der Musik- und Festival Kultur in Ungarn.

Viel Spaß bei der Hörreise wünscht audiooffice, und vielleicht sieht man sich im August in Budapest!

Dienstag, 15. Juli 2008

Noch mehr digitale Therapie - das Gute-Laune-Handy

Herr X aus Y leidet unter Stress, Unzufriedenheit und schließlich körperlichen Problemen. Nach und nach lernt er herauszufinden, dass seine Missstimmung immer gegen Feierabendzeit entfacht und mit der Doppelbelastung Job und Familie zusammenhängt. Herr XerrHerr ist somit einer von vielen, aber er und seine Frau sind die ersten, die erfolgreich mit dem Gute-Laune-Handy behandelt wurden.

Margaret Morris heißt die Frau, die den "Handtaschen-Psychologen" entwickelt hat. Morris kritisiert die späte Erkennung von Krankheiten, die in der Regel erst behandelt würden, wenn sie ein chronisches Stadium erreicht haben. Um dem entgegen zu wirken und Menschen dazu zu befähigen, ihrem Stress auf den Grund zu gehen, bevor er sich als ernsthafte Krankheit manifestiert, arbeitet die Psychologin an der Strategie des embedded assessment. Der Mensch hält seine Gefühle mit Hilfe alltäglicher technischer Geräte fest, welche ihm fortan ein Feedback zu seiner Gemütslage geben und zu einer Verhaltensänderung raten. Keine schlechte Idee, aber wieder einmal Grund zu der Frage, warum wir der Technik mehr vertrauen sollen als Menschen aus Fleisch und Blut.

Montag, 14. Juli 2008

Olive Riley

Wie der Nachrichtensender CNN berichtet, ist die Australierin Olive Riley am Samstag im Alter von 108 Jahren gestorben. Olive Riley erlebte zwei Weltkriege, arbeitete als Köchin und Bardame, zog 3 Kinder groß und war die vermutlich älteste Bloggerin der Welt. Seit Februar 2007 gibt es ihren Blog allaboutolive, auf dem sie in über siebzig Einträgen von ihrem Leben erzählte.

Auf die Idee des Bloggens brachte sie Mike Rubbo, nachdem er einen Dokumentarfilm über Riley gedreht hatte. In ihrem letzten Eintrag vom 26.Juni berichtet sie von ihrer schlechten Gesundheit und einem fröhlichen Lied, das sie täglich im Altersheim dagegen an gesungen haben soll. Ihre Berühmtheit unter Bloggern verdankte sie laut Rubbo ihrem Humor und ihrer Begabung, Geschichten zu erzählen. „Sie war so reizend - möge Sie in Frieden ruhen“, zitiert CIO einen von Rileys zahlreichen Fans.

Dienstag, 24. Juni 2008

Virtuelle Therapie auf Identity Island

Second Life als Therapie? Zunächst denkt man hierbei sicherlich an die fragwürdige Möglichkeit, virtuell alles ausleben zu können, was im richtigen Leben nicht funktioniert. Es geht aber auch anders. US-Wissenschaftler haben auf Identity Island, einer Insel im Second Life, eine Therapieeinrichtung für Alkoholsuchterkrankte ins Leben gerufen. Spiegel-online erzählt die Geschichte von Shelly, der diese Form von Therapie tatsächlich zu helfen scheint.

Warum auch nicht? Dass wir fremden Menschen im Internet mehr von uns erzählen als unseren besten Freunden, ist schließlich nichts Neues mehr. So liegt es nahe, dass die Hemmschwelle, einem Pixelpsychologen gegenüberzutreten, ebenfalls geringer auffällt. Niemand muss davon erfahren, wenn wir uns in Form eines Avatars in Therapie begeben, niemand muss wissen, wer wir sind, und niemand kann und daran hindern, die Verbindung mit einem Mausklick wieder abzubrechen.

Beeindruckender als die Ergebnisse der virtuellen Therapie, die in den nächsten Wochen veröffentlicht werden sollen, scheint jedoch die Erkenntnis, dass das zweite Leben der Realität nicht nur genauso nahe kommen kann wie das erste, sondern manchmal sogar näher.

Montag, 16. Juni 2008

Whrrl - Durch die Brille deiner Freunde

Wo könnte ich hingehen? Was würden meine Freunde sagen, wo ich hingehen soll? Und wo sind meine Freunde überhaupt? Einfach mal anrufen und fragen? Falsch! Das wäre schon viel zu viel Aufwand und sowieso zu persönlich. Wem farbige Punkte schon immer lieber waren als mühsame zwischenmenschliche Kommunikation, der kann sich jetzt freuen. In den nächsten Tagen erhält das iPhone eine neue Funktion: Mit der Software Whrrl hat die Firma Pelago das „Social Discovery“ erfunden. Whrrl bietet dem Nutzer seine persönliche Stadtkarte zum aktuellen Aufenthaltsort und verweist auf Locations in der Umgebung, die interessant sein könnten. Die Empfehlungen beziehen sich dabei sowohl auf eigene Interessenprofile als auch auf Bewertungen von Freunden. Und sollten diese es zulassen, zeigt Whrrl auch gleich noch an, wo sich die Freunde im Moment aufhalten. Wer sich spätestens jetzt zu gläsern fühlt, kann vom Usichtbarkeits-Feature Gebrauch machen. Diese Funktion soll die Privatsphäre schützen. Damit man sich auch mal wieder anrufen und mit der besten Freundin ungestört in die gemeinsame Lieblingskneipe gehen kann, die man sowieso schon seit Jahren kennt.

Freitag, 13. Juni 2008

Eine Hassliebe wird 25

Das Handy feiert heute seinen 25. Geburtstag, und auch wenn es zu seiner Geburtsstunde noch alles andere als handlich und erschwingbar war, so läutete der 13.Juni 1983 laut Spiegel-online doch das Zeitalter der totalen Erreichbarkeit ein.

Längst haben wir zu schätzen gelernt, spontan, flexibel und unpünktlich sein zu können. Und unser Kommunikationsverhalten hat sich nicht nur dahingehend geändert, dass wir Informationen überall und zu jederzeit empfangen, abrufen und weitergeben, sondern auch hinsichtlich des Umgangs mit dem schwindenden Recht auf Ungestörtheit. „Ich war nicht zu Hause“, diese unausgesprochene Erklärung für nicht beantwortete Kontaktaufnahme gilt schon lange nicht mehr. „Mein Akku war leer“, „ich hatte kein Guthaben mehr“ oder „ich habe den Klingelton für den tropischen Regenwald vor meinem Fenster gehalten“, versuchen wir uns heute vor der Forderung nach ständiger Verfügbarkeit zu schützen. Befragte in einer BBC Focus Studie wählten das Handy gar auf Platz zwei der schlimmsten Erfindungen. Nichts desto Trotz ist es aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken und wird liebevoll mit Accessoires behängt und nicht aus den Augen gelassen.

Ob das Jubilar-Gerät nun zu beglückwünschen sei oder nicht, seine Entwicklung war ein Meilenstein in der Geschichte unserer heutigen Kommunikations- und Informationsgesellschaft. 33 Zentimeter lang war damals das erste Exemplar von Motorola, wog 800 Gramm und kostete stolze 3995 Dollar. 25 Jahre später passt das Handy problemlos in jede Hosentasche, und Deutschland hat mehr Mobilfunkanschlüsse als Einwohner (Bitkom).

Donnerstag, 5. Juni 2008

Tooooor!


Nicht einmal der Mond bleibt diesen Sommer vom Fußballfieber verschont. Fiona und der Hörstern sind eifrig damit beschäftigt, Tore zu schießen. Und auch im Studio werden die Blechdosen hin- und hergekickt. Aus rein akustischen Gründen, versteht sich. Während alle Welt nach Österreich zur Fußball-EM fährt, kamen die Österreicher zu uns, um der neuen Folge von „Hörsterns Reisen“ eine ganz besondere Note zu verleihen. Diese wird am 6.6. online gehen, und ab sofort halten wir noch ein zusätzliches Bonbon für Euch parat: Unter jedem neuen Hörstern-Podcast findet Ihr nun passend zum jeweiligen Thema ein paar Links zu Lehrreichem und Unterhaltsamem. Frohes Mitfiebern! wünschen wir von audiooffice.

Donnerstag, 29. Mai 2008

DAU?

Fragt uns heute morgen die Süddeutsche, und wer sofort weiß, was sie meint, muss sich nicht angesprochen fühlen. Anlässlich der Kürung des Cyberslang-Ausdruckes „w00t“ zum Wort des Jahres durch Merriam Webster unterhält uns die Süddeutsche mit Ihrem Quiz „Sprechen Sie Netz?“. Wer sich danach als D(ümmster) A(nzunehmender) U(ser) fühlen sollte, darf sich gleich mit einem weiteren Quiz wieder aufbauen. In „Wer hat’s gesagt“ liefert uns die Süddeutsche 10 amüsante Promi-Zitate über das Internet, und wir können unser Zitate-Wissen testen.

Wer dann wie ich bei der Suche nach einer Antwort auf die Frage: ist „w00t“ wirklich ein Wort?, auf der Internetseite von Merriam Webster landet, kann sich auch noch an dem täglichen Word of the Day Podcast erfreuen. Dieser Podcast widmet sich täglich einem englischsprachigen Wort, welches deutlich ausgesprochen, buchstabiert, definiert und in einen Beispielsatz eingebaut wird.

So haben wir heute schon wieder einiges gelernt oder auch einfach mal nur geschmunzelt.

Montag, 26. Mai 2008

Tatort blickt zurück auf 700 gelöste Fälle und in die Podcast-Zukunft

Sonntagabends um viertel nach acht breitet sich ein Flimmern über Deutschland. Gut 7 Millionen Menschen versammeln sich zu dieser Zeit zu Hause oder in Cafés, um dabei zuzusehen, wie Verbrechen begangen und gelöst werden. Gestern sollen es sogar 8,48 Millionen gewesen sein, denn da beging der Tatort seine 700. Folge. 37 Sendejahre hat die Serie bereits auf dem Buckel, und damit hat sie sich zur langlebigsten Krimireihe des deutschen Fernsehens etabliert.

Inzwischen habe ich gelernt, dass ich sonntags zwischen 20.15 und 21.45 Uhr gar nicht erst zum Telefon greifen muss. Es wird vergeblich klingeln, während meine Freunde gebannt vor dem Bildschirm sitzen und keine Minute der Tatort-Spannung verpassen können. Das allerdings wird sich vielleicht bald schon ändern. Seit einiger Zeit gibt es den Radiotatort, der nicht nur zu den Sendeterminen sondern auch als kostenloser Download zur Verfügung steht. Wer ganz sicher gehen möchte, nichts zu verpassen, kann sich den Radiotatort möglicherweise bereits ab 2009 sogar als Podcast abbonieren. Und wie wir alle wissen, kann der dann auch montags in der Mittagspause gehört werden.

Donnerstag, 22. Mai 2008

Podcaster Treffen am Bodensee

Der Sommer hat unverkennbar Einzug gehalten, und so mancher würde jetzt gerne das Podcasting mal für ein paar Stunden sein lassen, um mit den Füßen im Wasser zu baumeln. Tatsächlich ist es aber möglich, beides gleichzeitig zu tun. Und zwar nicht nur alleine mit dem Mp3-Player und der Natursendung im Ohr, sondern in Gemeinschaft vieler Gleichgesinnter. Am 14.06. sind Podcastbegeisterte nach Hagnau am Bodensee zu einer entspannten Zusammenkunft geladen. Wie, von wem und wozu erfahrt Ihr auf podster.de.

Dienstag, 20. Mai 2008

Tag der globalen Informationsgesellschaft und eine Zukunftsvision

Wer sich am vergangenen Samstag darüber gefreut hat, dass Kommunikation hier und heute so bequem vonstatten geht, hat es am richtigen Tag getan, denn am 17.Mai 1856 wurde in Paris die Weltfernmeldeunion gegründet. Politiker und Organisationen nutzen den Jahrestag, um moderne Technologien vorzustellen und deren Verbreitung voranzutreiben. Bis 2005 geschah dies unter dem Namen „Weltfernmeldetag“, dann wurde der Name fortschrittlicheren Kommunikationsmethoden angepasst und seither als „Tag der globalen Informationsgesellschaft“ begangen. Nun können wir heftig spekulieren, welche Namen dieser Tag in der Zukunft noch tragen wird. Möglicherweise „Tag der digitalen Aura“. Dies könnte zumindest laut einer FAZIT Delphistudie bereits im Jahre 2018 denkbar sein. Die digitale Aura ist eine von 35 zukünftigen Informations- und Kommunikationstechniken, deren Realisierbarkeit in der Studie untersucht wurden. 76% der befragten Experten, halten es für möglich, dass irgendwann jeder Mensch von einer solchen Aura umgeben ist, durch die codierte Präferenzprofile drahtlos ausgetauscht werden können. Ein automatisches Podcast-Abo auf offener Straße sozusagen. Ob dies ein Grund zur Freude ist, sei eine andere Frage. Bis jetzt steht jedenfalls der Datenschutz als größtes Hemmnis einer Realisierung entgegen, und wir sind noch nicht zu bequem dazu geworden, uns unsere Kommunikationspartner selbst auszusuchen.